Prof. Dr. Hartmut Rosa

Hartmut Rosa ist seit 2005 Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Lehrstuhl für allgemeine und theoretische Soziologie). Nach seiner Doktorarbeit, die den Namen „Identität und kulturelle Praxis. Politische Philosophie nach Charles Taylor“ (Humboldt-Universität de Berlin, 1997) trägt, widmete er sich zunehmend Fragen der Beschleunigung. Seine Habilitationsschrift „Soziale Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne“ (Suhrkamp, 2004) stieß in Deutschland, Frankreich und in den angelsächsischen Ländern auf große Resonanz (So erschien die Vorlesung Alienation and Acceleration: Towards a critical theory of late-modern temporality an der New School University New York sofort auf Englisch und wurde 2012 ins Französische übersetzt). Seine Gedanken zur Beschleunigung stellen eine kritische Analyse unserer kapitalistischen Gesellschaft dar und stehen gleichzeitig für ein ethisches Projekt, welches sich der Suche nach einem „guten Leben“ widmet.

Ganz im Gegensatz zur kritischen Soziologie Bourdieus, die eine äußere Axiologie des sozialen Themas voraussetzt und den Zusammenhang zwischen Herrschaft und der Ursache der Entfremdung aufzudecken versteht, versucht Hartmut Rosa, Resonanzräume für das Individuum aufzudecken, die wiederum die Modalitäten dessen definieren können, was für das Individuum eine Form des Wohlbefindens sein kann. Neben Fragen der Beschleunigung beschäftigt sich Rosa in seiner Forschung mit sozialen und politischen Problemen der neuen Bundesländer, zu denen auch das bürgerliche Engagement zählt.

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